Hören Sie hierzu das Radio-Interview vom 7.11.2008 des Deutschlandfunks mit Richard Bargel. ALTE MÄNNER BRAUCHT DAS LAND!Mit diesem wahrhaft ketzerischen Ruf begeben sich drei ergraute deutsche Autoren und ein französischer Chansonier, an dem die Zeit kaum ein graues Haar lassen mochte, in Wort und Witz und Sang auf eine gewagte Expedition in das Innere der Alterspyramide. Gebeugt aber aufrecht, kurzsichtig aber belesen, schwerhörig aber laut: in den Gängen des maroden Bauwerks stoßen der Bestseller-Autor GISBERT HAEFS, der Kölner Kult-Autor RICH SCHWAB und der Nichtnur-Autor RICHARD BARGEL auf so manch merkwürdige Abstrusitäten an denen das Publikum seine gemeine Schadenfreude haben wird. Mag die von der Alterstaubheit arg gebeutelten Autoren auch der finale Gehörsturz ereilen, wenn der Bonner Pantheon-erprobte Chansonsänger JEAN FAURE seine frivolen Lieder anstimmt und somit die drei Schandmäuler hin und wieder zum Verstummen bringt – vielleicht erobert der alte Haudegen damit sogar noch einige Damenherzen – die Mehrheit der weiblichen Gäste aber wird wohl eher dem jung-männlichen Charme seines Pianisten HEDAYET DJEDDIKAR erliegen. Mit den Autoren GISBERT HAEFS / RICH SCHWAB / RICHARD BARGEL. Musikalische Gäste sind JEAN FAURE (franz. Chansons), HEDAYET DJEDIKKAR (Piano). Hinweis der Autoren: Sollte die Lesung vielleicht erst nach Mitternacht enden, liegt es schlichtweg daran: Alte Männer werden später müde und müssen früher ins Bett!
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Generalanzeiger, Bonn, 12-11-08 (Auszug)
Über das Alter
Bargel, Haefs und Schwab Autoren im Pantheon
Der demokratische Wandel ist da, die Alten übernehmen das Land von den zahlenmäßig unterlegenen Jungen. Sollte man meinen, denn in der Realität ist dieser Umschwung zwar spürbar, aber noch nicht endgültig angekommen. Als eigener Beitrag haben sich vier „alte“ Männer für die Lesung mit dem Motto „Alte Männer braucht das Land“ zusammengetan, die jetzt im Pantheon stattfand. Die Autoren Richard Bargel, Gisbert Haefs, Rich Schwab sowie Chansonist Jean Faure mit Pianist Hedayet Djeddikar (nicht alt!) sind ein kauziges Team und präsentierten an diesem Abend ein kleine Werkshow. Faure eröffnete die Vorstellung im Morgenmantel mit zerzausten Haaren und Schlappen an den Füßen, um darin ein Lied über eine Ehe jenseits des Haltbarkeitsdatums zu singen. Von den Schriftstellern waren es vornehmlich Glossen, die man zu hören bekam – nicht alle über das Alter. Haefs zum Beispiel las das „Gleichnis mit mehreren Bekannten“. Bargel hielt ein Plädoyer für einen „alten Sack“, der einen Preis nicht annehmen wollte und sich stattdessen über das Niveau des Fernsehens echauffierte und betrieb „Rentner-Spekulationen“ über den Verbleib einer Bank. Schwab überlegte sich, was es für ihn bedeuten würde, ein anderes Alter zu haben und was für ein besserer Ehemann er Popsängerin Madonna sein könnte. Dazwischen immer wieder Chansons von Faure. Unterhaltung auf sehr hohem inhaltlichem und sprachlichem Niveau war also garantiert! (Karsten W. N. Kurze)
Bonner Rundschau,12-11-08 (Auszug)
Alte Männer braucht das Land
Vergnüglicher Abend mit vier Autoren und Sängern im Pantheon
Richard Bargel, Gisbert Haefs, Rich Schwab und Jean Faure zaubern mit Lesung und Gesang einen atmosphärischen Abend im Pantheon. Die ergrauten Herren gehen stark auf die 60 zu, wirken jedoch weniger altehrwürdig als selbstironisch. Trotz des ernsten Themas beginnt der Abend zur Einstimmung genau richtig mit einem Auftritt von Jean Faure im ollen Bademantel und Pantoffeln, der Charles Aznavours „Du lässt dich geh´n“ interpretiert und mit witzelnden Bemerkungen Bargels über die Alterspyramide. Doch in der zweiten Hälfte geht es dann auch um ernsthaftere Inhalte, um Tod und die trotz aller Erfahrung noch immer undurchschaubaren Aspekte des Lebens. Rich Schwabs Schilderung des Ablebens von Anton und Waltraut Jensen geht unter die Haut. Gisbert Haefs trägt ein makabres Gleichnis mit „mehreren Bekannten“ und eine lustige Rede über den Bilch vor. Richard Bargel beschäftigt „der alte Sack“ Reich-Ranicki bei der Fernsehpreisverleihung und vergleicht ihn mit dem Kind, das im
Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ die längst bekannte Wahrheit ausgesprochen hat. Zwischendurch trägt Chansonnier Jean Faure mit seiner sonorig-warmen Stimme Lieder vor; wunderschön und ergreifend. Am Klavier wird er gekonnt begleitet von Hedayet Djeddikar, der als einziger jung und elegant im Anzug erschienen ist. Die Stimmung ist gut, am Ende singen die vier Weisen gemeinsam über die Liebe. Ein gelungener und durch die Musik abgerundeter Abend! (Miriam Ossa)
Richard Bargel
Rosenstraße 57
50678 Köln
Fon: +49 (0)221 32 70 49
E-Mail: Richard.Bargel@web.de
www.richardbargel.de
Fotos, Gestaltung ©MEYER ORIGINALS
